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Der
Wiener Sezessionsstil hat, als Spielart des Jugendstils,
einen unverkennbaren eigenen Charakter. Seinen Kompositionen liegt häufig
eine geometrische Rastergliederung zugrunde, anstelle der sonst
meist linear ausschwingenden Ornamente. Die kleinteiligen
Ornamentformen sind bei diesem flötenspielenden Putto des österreichischen
Keramikers Michael Powolny (1871-1954)
ebenfalls geometrisch bzw. stereometrisch zusammengesetzt. Die Oberfläche
wird der gefälligen Wirkung zuliebe kindlichbunt behandelt. Die
Kombination Jugend und Blumen ist bei diesem Stil außerordentlich
häufig.
Zur Kleinplastik
des Jugendstils gehören zahlreiche keramische
Arbeiten. Das Kunsthandwerk des
Jugendstils war leidenschaftlich darum bemüht, jedes Material seiner Eigenart gemäß zu verwenden und zu bearbeiten. Es
gab bestimmte Lieblingsmaterialien
dieses Stils, z. B. das formbare, fließende, farbig
durchscheinende Glas. Die Keramik konnte entsprechend ihrer natürlichen Eigenart gemäß
gestaltet werden, sei es als reine, dehn- und gestaltbare Form oder als Träger zusätzlich reizvollen Dekors. Der Jugendstil legte
stets größten Wert auf die geschmackvoll behandelte Oberfläche, über die Linien, Lichter und Schatten - als
impressionistisches Erbe - elegant und spielerisch leicht
dahingleiten.
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