Vergeudete Tage

Ein schöner schlanker Knabe, nicht geschaffen für den Schmerz der Welt,
Mit goldenem Haar, in dichten Büscheln über den Ohren,
Und sehnsüchtigen Augen, halb getrübt von törichten Tränen
Wie tiefblaues Wasser, das man durch Regenschleier sieht,
Bleichen Wangen, von keinem Kuss befleckt,
Roter Unterlippe, aus Furcht vor der Liebe nach innen gebogen,
Und weißem Hals, weißer als die Brust der Taube -
Ach! ach! wenn alles umsonst sein sollte.
Hinter ihm Kornfelder und Schnitter in einer Reihe,
In beschwerlichster Arbeit, mühsam sich plagend,
Ohne den Klang eines frohen Lachens oder der Laute;
Und ohne Augen für die purpurne Glut der Abendsonne
Träumt der Knabe weiter; er weiß nicht, Nacht ist Nacht,
Und zur Nachtzeit sammelt niemand Früchte.

(Nach einem Gemälde von Miss V.T.)