Sonnett 

An die Freiheit

Nicht dass ich je für deine Brut erglüh
- Stumpf steht vor eignem eklem Leid sie still,
Verbohrt, weil sie nichts andres sehen will
Doch dass das Brüllen der Demokratie,

Dein Schreckensreich und deine Anarchie
Gleich einem See mein Spiegelbildnis gibt,
Mein Aufruhr sich in deinem Aufruhr liebt:
Nur darum, Freiheit, tönt wie Harmonie

In mir dein Missgeschrei! Ob Fürstenspott
Auch immer mit Kanonen und mit Knuten
Der Völker heilig Recht zerschlug zu Scherben,

Ich bliebe ungerührt - und doch, weiß Gott:
Ich muss, in manchem Sinn, mit ihnen bluten,
Die christusgleich auf Barrikaden sterben!