Quia Multum Amavi

Lieb Herz, der Priester, der zum ersten Mal
Den heiligen verborgnen Schrein erschließt
Und seiner Seele Gott im Abendmahl
Als irdischen Leib in Brot und Wein genießt,

Fühlt nicht so unerhörte Wundermacht,
Als mich bei deinem ersten Blick durchdrang.
Ich lag zu Füßen dir die ganze Nacht,
Bis dich ermüdete der Überschwang.

Ach, dass du weniger gütig, mehr geliebt
Durch diesen Lenz, bald licht bald regenschwer,
So wär mein Herz jetzt nicht so tief betrübt
Und diente nicht im Haus des Leides mehr.

Doch plagt auch Reu, der Jugend Seneschall,
Bleibt doch mein Dein Gedenken stets mir traut:
Wie viele Sonnen, ach, vergehen all,
Bis dass ein einzig Ehrenpreis erblaut!