Phèdre

An Sarah Bernhardt

Wie leer und schal muss diese Welt dir sein!
Das Höchste konntest geistreich du verhandeln
In Florenz mit Mirandola und wandeln
In der Akademie Olivenhain,

Die Rohre wählen für die Melodein
Des ziegenfüß'gen Pan, und wo aus Träumen
Ulyß erwacht unter phäak'schen Bäumen,
Dich in der weißen Mädchen Spiele reihn.

Gewiss, in einer attischen Urne lag
Dein blasser Staub und du kamst wieder her
In diese Alltagswelt so schal und leer,

Weil dir zur Last ward der sonnlose Tag,
Die schweren Aun duftloser Asphodelen,
Der liebelose Kuss der Schattenseelen.