Impressionen (Le Jardin & La Mer)

I

Le Jardin

Der Lilie welker Kelch sinkt
Um den goldbestäubten Stempel,
Und von den Buchen auf waldigen Höhen
Gurrend ruft die letzte Taube.

Die aufgeputzte Sonnenblume, löwengleich,
Hängt schwarz und dürr auf ihrem Stengel,
Und den windigen Gartenweg hinab
Treibt das Laub, - Stunde um Stunde.

Bleiche Ligusterblüten, weiß wie Milch,
Werden zu einer schneeigen Masse getrieben:
Die Rosen liegen im Gras
Wie kleine Seidenfetzen, rot wie Karmesin.

II

La Mer

Ein weißer Dunst treibt über die Wanten,
Ein wilder Mond am winterlichen Himmel
Funkelt wie das Auge des zornigen Löwen
Aus einer Mähne lohfarbener Wolken.

Der vermummte Steuermann am Ruder
Ist nur ein Schatten in der Finsternis;
Und im dröhnenden Maschinenraum
Aufspringen die langen Kolben aus blankem Stahl.

Der gebrochene Sturm hat seine Spur gezeichnet
Auf der gewaltigen wogenden Kuppel,
Denn die dünnen Fäden aus gelbem Schaum
Treiben auf den Wellen wie verworrene Spitze.