Ihre Stimme

Im Pelzrock schwingt die Biene leis
Ihr Flügelglas durch den Azur,
Jetzt beben Lilienkelche weiß,
Jetzt Hyazinthen rings im Kreis
Auf ihrer Spur;
Sitz näher, Lieb, hier war's, ich weiß,
Dass ich es schwur:

Zwei Leben seien eins fortan,
So lang zum Meer die Möwe schreit,
So lang der Sonnenblume Wahn
Der Sonne folgt auf hoher Bahn,
Für Ewigkeit! -
Mein Freund, ach, das ist abgetan,
Vorbei die Zeit.

Blick auf, dort oben schwingen hehr
Die Pappelwipfel her und hin;
Im Tal hier weht kein Lüftchen mehr,
Selbst Distelwolle wiegt zu schwer -
Doch droben ziehn
Die Winde stark vom Bergsee her
Und Höhengrün.

Blick auf, wo dort die Möwen schrein:
Was sehen sie, das wir nicht sehn?
Ist's wohl ein Stern? Sollt's Lichterschein
Von fernen Meeresschiffen sein? -
Wie konnt's geschehn:
Nur Träume waren dein und mein,
Die trüb verwehn!

Dass Liebe nie verloren sei,
Nur dies bleibt noch zu sagen, du!
Der strenge Winter quält den Mai,
Mairose bricht den Frost entzwei;
Dem Hafen zu
Fliehn Schiffe sturmgepeitscht zur Bai:
Auch uns wird Ruh!

Nichts bleibt uns, Lieb, als ohne Pein
Noch einmal küssen inniglich
Und scheiden dann - doch klagen, nein!
Ich habe Schönheit - Kunst ist dein!
So tröste dich!
O, eine Welt war viel zu klein
Für dich und mich!