Eine Vision

Gekrönt zwei Könige, und nah allein,
Das Haupt von keinem Lorbeerkranz beschwert,
Noch Einer, ernsten Auges, wie verzehrt
Von trostlos ewig wacher Menschenpein

- Kann doch kein Opfertier von Schuld befrein -,
Mit süßen Lippen, leid- und kussentbrannt.
Er stand in schwarz und purpurnem Gewand,
Und ihm zu Füßen aus zerborstnem Stein

Wie Tauben stiegen Lilien an sein Knie.
Dies Bild fiel in mein Herz wie Flammenbrand
Und Beatricen rief ich: »Wer sind die?« -

Und sie, der jeder Name wohlbekannt:
»Der erste Aeschylos, dann Sophokles,
Und dort (o Tränen, strömt!) Euripides.«