I

Le Panneau

Unter des Rosenbaums tanzendem Schatten
Steht ein kleines Elfenbeinmädchen
Und zupft die Blätter, mattrot und perlweiß,
Mit blassgrünen Nägeln aus polierter Jade.

Die roten Blätter fallen auf die Erde,
die weißen Blätter taumeln, eins nach dem andern,
Hinab in eine blaue Schale, wo die Sonne
Sich wie ein großer Drache im Goldglanz windet.

Die weißen Blätter treiben in der Luft,
Die roten Blätter taumeln träge nieder,
Einige fallen auf ihr gelbes Kleid
Und einige auf ihr rabenschwarzes Haar.

Sie ergreift eine Laute aus Bernstein und singt,
Und als sie singt, beginnt ein Silberkranich,
Den scharlachroten Hals zu strecken
Und mit den metallblanken Flügeln zu schlagen.

Sie ergreift eine Laute aus hellem Bernstein
Und aus dem Dickicht, wo er liegt,
Späht ihr Liebster mit den Mandelaugen
Und sieht ihre Bewegungen mit Entzücken.

Ein Schrei der Angst kommt von ihren Lippen,
Und winzige Tränen lösen sich.
Die Muschel ihres Ohres, rosageädert,
Hat ein pfeilspitzer Dorn verletzt.

Und nun lässt sie ein heiteres Lachen erklingen:
Dorthin, wo der gelbe Satin
Die Blume ihres Halses zeigt, blaugeädert,
Hat sich ein Rosenblütenblatt gesenkt.

Mit blassgrünen Nägeln aus polierter Jade,
Die Blätter zupfend, mattrot und perlweiß,
Steht ein kleines Elfenbeinmädchen
Unter des Rosenbaums tanzendem Schatten.

II

Les Ballons

Vor dem trüben Türkis des Himmels
Tauchen und treiben, wie Monde aus Satin,
Treiben wie seidene Schmetterlinge,
Die leichten und leuchtenden Luftballons.

Sie wirbeln mit jeder Bewegung des Windes,
Steigen und wirbeln wie tanzende Mädchen,
Schweben wie seltsame durchsichtige Perlen,
Sinken und schweben wie Silberstaub.

Eben schmiegen sie sich an die unteren Blätter,
Jeder in scheuer phantastischer Pose,
Jeder ein Blütenblatt der Rose,
Das an Sommerfäden zerrt.

Dann klettern sie auf hohe Bäume,
Wie zarte Kugeln aus Amethyst,
Wandernde Opale treffen sich
Mit den Rubinen von der Linde.