Das Leben des Oscar Wilde 

Eine literarische Biographie von Henriette Stallbaum

1. Vorwort

2. Biographie Oscar Wildes
    2.1 Eltern
    2.2 Kindheit und Jugend
    2.3 Studium
    2.4 Anfänge des Schaffens
    2.5 Amerika
    2.6 Theater
    2.7 Constance
    2.8 Der bekennende Homosexuelle
    2.9 Alfred
    2.10 Zuchthaus
    2.11 Die letzten Jahre

3. Vergleichende Betrachtung anhand „Das Bildnis des Dorian Gray“

4. Quellennachweis

 

1. Vorwort

Was kann einen Menschen interessant machen? Die Masken, hinter denen er sich verbirgt, oder der Mensch an sich. Bei Oscar Wilde trifft wohl beides zu, da er sich sein ganzes Leben lang hinter Fassaden versteckte, die ihn interessant machten, die er aber im Zuchthaus ablegte und er selbst wurde. Oscar Wilde ist einer der meistgelesenen irischen Autoren, er war ein Vertreter der ästhetischen Gesellschaft, homosexueller Familienvater und ein begnadeter Geschichtenerzähler. Seine Beziehung zu Lord Alfred Douglas endete als Skandal für die Gesellschaft und für ihn im Zuchthaus. Von seinem meistgelesensten und aufsehenerregendstem Buch Das Bildnis des Dorian Gray wird oft behauptet, Wilde habe einen Teil seines Lebens darin verarbeitet.

Ich habe mir Oscar Wilde und sein Werk Das Bildnis des Dorian Gray zum Thema meiner Hausarbeit gemacht, da ich finde, der irische Autor ist einer der interessantesten Schriftsteller  und Das Bildnis des Dorian Gray  ist eines der geheimnisvollsten Bücher. 

Im ersten Teil meiner Arbeit, der gleichzeitig der Hauptteil sein wird, werde ich Oscar Wilde vorstellen, seine Leben und Schaffen, im Weiteren Das Bildnis des Dorian Gray, sowie Vergleiche zum Dasein Wildes ziehen, das heißt, die Parallelen zwischen seinem Roman und seiner Existenz aufzeigen.

2. Biographie Oscar Wildes

2.1 Eltern

Schon im Alter von 2 Jahren war der kleine Oscar Wilde Unterhalter einer ganzen Gesellschaft, in dem er im elterlichen Wohnzimmer am Merrion Square in Dublin seinen Namen deklamierte:

Dieser Junge, der später ein bedeutendes und gern gesehenes Mitglied der englischen Gesellschaft werden sollte, kam als 2. Sohn am 16. Oktober 1854 in Dublin zur Welt; Taufpate war der König Oscar von Schweden.

Sein Vater, William Robert Wills Wilde, wurde im März 1815 geboren. Er studiert in Dublin Medizin, denn die Dubliner Ärzte galten damals als die besten in Europa.

Seinen internationalen Ruf als Mediziner verdankte er einer Reise, die ihm von einem dankbaren Patienten geschenkt wurde war und die ihn unter anderem nach Ägypten, Zypern, etc. führte.

Nach dem zwei Studium in London, kam er zurück nach Dublin, mit neuen Ideen und eröffnete eine Praxis. Kurze Zeit später wurde er Herausgeber des „Dublin Quarterly Journal of Medical Science“ und ließ ein Krankenhaus für das Bürgertum bauen.

Einige Affären und 3 uneheliche Kinder konnten ihn von seiner Arbeit und schriftstellerischen Tätigkeit nicht ablenken. Er veröffentliche einige Bücher, unter anderem „Volksglaube in Irland“. Auch er galt als begnadeter Geschichtenerzähler.

Dann lernte er Speranza kennen und heiratete sie kurze Zeit später, am 14. 11. 1851. 

Das junge Paar zog samt Williams Wilde Mutter, Schwester und der Praxis um (in die Westland Row 21).

Trotz des Umstandes, dass die Familie ständig nach einer Verbesserung ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Wohnadresse strebte, kamen die beiden Söhne noch in der Westland Row 21 zur Welt.

Jane Francesca Elgee wurde am 21. Dezember 1812 in Dublin geboren. Doch sie änderte später ihr Alter den Umständen entsprechend, da es in feinen Kreisen als Frau nicht üblich war, sein wahres Alter zu verraten. 

Ihr Vater war Rechtsanwalt, starb aber als sie 3 Jahre alt war. Die großen Geschwister verließen daraufhin den Haushalt und sie wuchs mit ihrer Mutter in einem bürgerlichen Wohnviertel auf, las gern und lernte mehrere Fremdsprachen. 

In ihrer Jugend war Speranza schlank und sehr hübsch, und obgleich sie später furchtbar dick wurde, schaffte sie es doch ihr ganzes Leben lang, die irische Gesellschaft durch ihren ausgefallenen Kleidungsstil in Staunen zu versetzten.

Da sie sich immer für Politik interessierte und engagieren wollte, veröffentlichte sie einige kritische Zeitungsartikel (z.B. „Die Schicksalsstunde) zu diesem Thema und änderte ihren Namen in Speranza.

Mit 28 immer noch unverheiratet, begann sie Romane und Gedicht zu übersetzten. Doch dann starb ihre Mutter und sie lernte Oscars Vater kennen und heiratete ihn. Obgleich sie keines falls vor hatte, eine gewöhnliche Ehefrau zu sein: „ ,Jane ist nicht herzlos, sie ist hat gute Regungen, aber der vorherrschende Zug ihres Charakters ist Eigenliebe’, sagte ihr Bruder. „Oscar hat diese Eigenliebe geerbt, und er macht daraus die Kunst der Selbstinszenierung.“

2.2 Kindheit und Jugend

Oscar Wildes Bruder William Charles Kingsbury kam 2 Jahre vor ihm, am 26. 09.1852, zur Welt. Die Schwester Isola Francesca Emily wurde 3 Jahre nach Oscar geboren.

Speranza liebte ihren Sohn Oscar, doch bevorzugte sie ihren Erstgeborenen, der „zierlich, schlank und spirituell aussieht, mit großen, schönen, ausdrucksvollen Augen. Er rankt sich um jede Faser meines Herzens.“  So beschreibt sie Willie in einem Brief. 

Oscar hingegen ist in ihren Augen „ein großes stämmiges Geschöpf, das nichts anders im Sinn hat, als dick zu werden.“ Als Oscar dann 1 Jahr alt war, zog die Familie in den Merrion Square um, eine der feinsten Wohnadressen Dublins zur damaligen Zeit. Dort konnte sich die Familie auch mehre Angestellte und ein Kindermädchen aus der Schweiz leisten.

Die beiden Jungen waren ihr ganzes Leben lang Rivalen. Schon in frühsten Kinderjahren konkurrierten sie miteinander und dieser Wettstreit wurde auch später nicht beigelegt. Und das sie auf die gleiche Schule gehen sollten, förderte die brüderliche Beziehung nicht gerade.

Da es im Hause keine Kinderbesuch gab, dafür aber die Freunde der Eltern oft geladen waren, so kamen die Kinder schon früh mit der Erwachsenwelt und deren Gesprächs- und Umgangsformen in Kontakt.  

Von dem Vater hatten die Kinder nicht viel, da er den ganzen Tag über in seinem Krankenhaus, das von Spenden finanziert war, arbeitete und am Abend oft Freunde zu Besuch waren, außerdem schrieb er an mehren Büchern, das Prägenste für Oscar waren allerdings die Reisen, mit dem Vater, zu griechische Ausgrabungsstätten.

Auch Oscars Mutter begann 2 Jahre nach der Geburt der Schwestern wieder mit dem Schreiben und Übersetzen.

Speranza wollte ihre Söhne gern taufen lassen, der Vater war dagegen und so musste die Taufe von Willie und Oscar heimlich durchgeführt werden, worauf hin es in der Ehe zu einer Krise kam.  

1864, Oscar war noch keine 10 Jahre alt, wurden er und sein Bruder in der „Portora Royal School“, mehrere hundert Kilometer vom elterlichen Wohnhaus entfernt, eingeschult.

Hier entdeckte Oscar die Klassiker und las alles, was er finden konnte, begierig.

Auch brillierte er schon zu dieser Zeit mit seinem Witz und seiner Erzählbegabung, er wurde frühzeitig von allen als der Bessere von beiden Brüdern angesehen.

Schon zu dieser Zeit kam Wilde mit Homosexualität in Kontakt, da diese an solchen Privatschulen nicht unüblich war, doch schrieb Oscar später an seinen Freund Alfred: „Da war nichts, was über romantische Freundschaft hinausging.“ 

1867 erkrankte die Schwester Isola an Grippefieber und starb bald darauf, da man zu dieser Zeit die Krankheit noch nicht heilen konnte. Wilde war zu tiefst getroffen und trug seit dem Tag immer eine Locke Isolas bei sich. Doch die Dinnerparty und Empfänge im Hause Wilde gingen trotz der Trauer weiter, wie schon zu Kinderzeiten Oscars. 

2.3 Studium

Am 10.10.1871 kam Oscar Wilde an das Trinity College in Dublin, da er eins von drei Stipendien dort gewonnen hatte. Auch Willie ging auf dieses College, doch die größere Aufmerksamkeit der Schule gewann durch seine hervorragenden Texte und Leistungen oftmals der kleinere Bruder. Und wie George Henry Moore einmal zu Oscars Mutter sagte: „Oscar wird einmal etwas Wunderbares“.

Andere Studenten regten Oscar auf, da diese oft Affären mit Bardamen hatten. Außerdem langweilte ihn das Studium. Sein Tutor J.P. Mahaffy  war einer der wichtigsten Ansprechpartner zu dieser Zeit für Wilde. Mit ihm konnte er intellektuell anspruchsvolle Gespräche führen. Mahaffy förderte seinen Schützling, wo er konnte, brachte ihm Griechenland näher und riet ihm nach Oxford zu gehen.

Zu der Zeit entwickelte sich Wilde zu dem Ästheten, der er lange Zeit war. Zudem war es gerade in Mode, das Homosexuelle zu Katholizismus übertraten. Doch da Oscar sich noch nicht sexuell festgelegen wollte und da er ohnehin durch seinen Vater ein gespaltenes Verhältnis zur Religion hatte, konnte er sich nie richtig für den Glauben entscheiden.

Ein paar Jahren darauf gewann Wilde wieder ein Stipendium, ging nach Oxford an die Universität und war endlich dem elterlichen Hause entflohen. Ohne Unterstützung durch ein Stipendium hätte er es sich nie leisten können, in eine andere Stadt oder sogar anderes Land zuziehen.

Am 17.10.1874 schrieb Wilde sich im Magdalen College in Oxford für klassische Philosophie ein und legte „die Maske“ des Engländers an. Die Anfangsmonate waren hart, da er sich neu beweisen musste. Trotzdem schrieb er später über diese Zeit: „Als ich ans Magdalen kam, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Oxford war das Paradies für mich.“

Mit seinen besten Freunden David Blair, Richard Harding und William Ward, saß er oft Abende lang und sprach mit ihnen über die Zukunft. Oscar sagte damals: „Aus mir wird einmal ein Dichter, ein Schriftsteller, ein Dramatiker. So oder so werde ich berühmt werden, und wenn schon nicht berühmt, dann wenigstens berüchtigt.“

Eine guter Freund von Oscar wurde auch John Ruskin, der Professor für Äsethik in Oxford war,  Anerkennung suchte und diese von Wilde, der sich gut darauf verstand, anderen Menschen zu schmeicheln, bekam.

Am 19.04.1876 starb Oscars Vater. Dieser Verlust traf ihn sehr, all die Ereignisse der Reisen mit dem Vater zu Ausgrabungsstädte, konnten nun nur noch Erinnerungen bleiben. 

Außerdem musste die Familie feststellen, dass der Vater hoch verschuldet war und das Haus in dem sie lebten musste versteigert werden um die Schulden ab zu bauen.

Seinen ersten öffentlichen Auftritt, hatte Wilde am 1.Mai 1877 auf einer Veranstaltung des „Dublin University Magazine“, als Berichterstatter für das Magazin. Oscar sollte einen Artikel über diesem Empfang schreiben. Er trug einen sehr auffälligen Rock, der hinten wie ein Cello geschnitten war. Auffallen um jeden Preis!

In einem Interview wurde er einmal gefragt, welcher Charakterzug sein ausgeprägtester wäre, „Ungeheuerer Hochmut“, die gleiche Antwort gab er auf die Frage, welchen Charakterzug er am meisten verabscheue.

2.4 Die Anfänge des Schaffen

Ein Jahr davor, 1876, hatte er die Schauspielerin Lilli Laugtry kennen gelernt. Für ihn war sie „die schönste Frau Europas“. Sie wiederum beschrieb ihn später folgendermaßen „große, neugierige Augen“ und sein Gesicht als „...so farblos, dass ein paar große, helle Sommersprossen einen sonderbaren Kontrast bildeten, wohlgeformten Mund mit etwas derben Lippen und grünlichen Zähnen.“ Letztes kam wohl daher, dass Wilde Kettenraucher war, er behauptete sogar, er könne ohne Zigaretten nicht schreiben.

Lilli war auch die erste Frau, die seine Leidenschaft aufflammen ließ, und er verfasste sogar ein Sonett auf sie. Doch als sie – trotz ihrer Ehe mit Edward Langtry - die Geliebte vom Price of Wales wurde, war Oscar gekränkt, sah sie immer seltener und begann sie zu kritisieren.

Im Jahre 1878 gewann Wilde mit seinem Gedicht Ravenna den Newdigate-Preis und gehörte damit zu den besten Kreisen. Er lernte in diesem Jahr seinen Freund und gleichzeitigen Rivalen Wisthler, einen Maler und Ästheten, kennen. Es war auch das Jahr, im dem er von Oxford nach London zog, der Schauspielerin Sarah Bernhardt begegnete und kurze Zeit später ihr persönlicher Sekretär wurde. Auch auf sie schrieb er ein Sonett.

1879 kam auch seine Mutter, Lady Wilde, nach London, da sie das Haus des Vaters verkauft hatte und neu anfangen wollte. Der Bruder hin dessen hielt sich mit kleinen Artikeln für verschiedene Zeitschriften über Wasser.

Oscar Wilde ging zu dieser Zeit oft ins Theater, sein Lieblingsschauspieler war Henry Irving und von Ellen Terry war er so angetan, dass er auch auf sie ein Sonett schrieb. Außerdem machte er in diesem Jahr der 13-jährigen Violet Hunt einen Heiratsantrag. Diese Heirat konnte allerdings nicht statt finden, da Violets Vater dagegen war.

1881 versuchte Wilde sich endlich selber an einem Theaterstück: Vera oder die Nihilisten  Darin verübt die Russin Vera ein Attentat auf den Polizeichef, weil er ihren nihilistischen Liebhaber eingesperrt hatte. Die Handlung basierte auf einer wahren Begebenheit. Er veröffentlichte das Drama auch, doch musste die Premiere verschoben werden, da es einige Monate zuvor ein wirkliches Attentat gegeben hatte.

Doch da Wilde ein Mensch war, der immer Anerkennung suchte, veröffentlichte er noch im gleichen Jahr eine Gedichtssammlung und 1882 zwei weitere Bände, die auch in Amerika gut verkauft wurden. Doch die Kritiken waren nicht so gut, wie er es sich erhofft hatte, nur Urteile der Freunde konnten ihn wieder aufbauen.

Er war 26, hatte ein eigenes Einkommen, eigene Schulden (für ihn waren Schulden normal, Willie lebte immer noch bei der Mutter und von ihrem Geld), war ein Oxford-Absolvent, hatte ein unaufgeführtes Drama in der Tasche, einen veröffentlichten Gedichtsband und seine Ruf als Ästhet.

Die Ästheten zeichneten sich unter anderem durch ihren Kleidungsstil aus ( Kniehosen, Schlapphut, lose Halsbinde und schwarze Strümpfe), außerdem sammelten viele blaues Porzellan, so auch Wilde, der Lilien als Muster besonders schätzte. Zu dieser Zeit gab es viele Magazine, die Ästheten karikierten (oftmals Wilde), und auch auf der Bühne wurden oft Parodien auf die Dandybewegung gezeigt.

Oscar war es leid, diesen Spott über sich ergehen zulassen und wollte als Dichter und Dramatiker ernstgenommen werden wollte. Deshalb kam ihm eine Einladung nach Amerika recht, wo er  unter anderem einer Vortragsreihe über die Ästhetenbewegung und England im Allgemeinen halten sollte. 

2.5 Amerika

Bevor Wilde zu seiner Reise aufbrach, kleidete er sich völlig neu ein. Für jedem Vortrag und jedes Wetter die passende Kleidung. Auf der Überfahrt, amüsierte er die Mitreisenden mit kleinen Anekdoten. Am 2. Januar 1882 erreichte er mit dem Schiff New York. Er wurde im Theaterviertel in einer Zweizimmer-Suite des Grant Hotel untergebracht, bekam zwei Sekretäre an die Seite und einen Kammerdiener, dem es oblag, die Journalisten entweder abzuwimmeln oder hereinzubitten. Jeden Tag wurde Oscar Wilde zum Dinner oder zu Partys eingeladen, und er ließ von einem der größten Fotographen in Amerika, Napoleon Sarony fotografieren. Die Bilder wurden an seine Bewunderer verschickt.

„Wilde produzierte sich als umfassend gelehrter junger Mann, und seine Zuhörer waren teils verblüfft, teils gelangweilt. Am Schluss bekam er spontan Applaus: Mit seiner Persönlichkeit hatte er das Publikum für sich eingenommen“ schreibt seine Biographin Barbara Belford über Oscars ersten Vortrag, den er am 9 Januar vor mehr als 12.000 Menschen hielt. Die Zuhörerschaft bestand vor allem aus Frauen.

Aus den geplanten vier Monaten wurden zehn, allerdings bezeichnete man Wildes Vorträge später als langweilig und monoton. Er besuchte auch Schulen, Museen und Theater. Besonders gut gefielen ihm die freiheitssuchenden Menschen im Westen.

Er lernte auch den Dichter Walt Whitman kennen, dessen Gedichte er schon als Jugendlicher gelesen hatte und den er bewunderte. Eine Freundschaft entstand aus der Unterhaltung freilich nicht, doch sollte Whitman sich später an ihn erinnern: „Ich weiß nicht, warum man solchen Spott über ihn ausgießt. Sicherlich hat er die gedehnte Sprechweise des besseren englischen Gesellschaft, aber immerhin formuliert er besser, als ich es je zuvor von einem jungen Engländer oder Iren gehört habe.“

Mit der Zeit wurde Wilde das viele Herumreisen mit der Eisenbahn, die Hotels und die ständigen Vorträge zuviel. Seine Erlebnisse und Eindrücke, die er in den USA gewonnen hatte, verarbeitete er unter anderem in Eine Frau ohne Bedeutung „Es steht außer Zweifel, das es viele Fälle von Korruption gibt in der amerikanischen Politik“ und auch im Das Gespenst von Cantervilles beschreibt der amerikanische Gesandte sein Land folgender Maßen: „Ich komme aus einem modernen Land, wo wir alles haben, was es für Geld zu kaufen gibt.“

2.6 Theater

Nachdem Oscar Wilde seine Vortragsreise beendet hatte, lebte er noch 2 bis 3 Monate in New York und versuchte Vera oder die Nihilisten  auf einer Bühne aufführen zulassen, doch niemand wollte es haben. In dieser Zeit lernte er auch Elisabeth Marbury kennen, die später seine Agentin wurde.

Als Lilli Langtry  mit ihrer Schauspieltruppe in New York ankam, besserte sich seine Laune für kurze Zeit. Außerdem bot ihm Steele MacKaye (Erfinder der Doppelbühne) an Vera oder die Nihilisten  und Herzogin von Padua zur Eröffnung seines neuen Theaters zuspielen. 

Am 27.12.1882 fuhr Wilde zurück nach England, bezog seine alte Wohnung, besuchte seine Mutter und verbrachte einige Abende mit Violet Hunt, die ihn nicht mehr so anziehend fand wie früher. Auch hatten sich einige seiner Schützlinge von ihm abgewendet, was ihn sehr traf, da er es hasste, wenn ihm einer seiner Schülern widersprach.

Aber dennoch machte er sich mit ungeheurer Disziplin an die Arbeit, als es dann aber mit Herzogin von Padua nicht so voranging, wie er es sich erhofft hatte (er beendete das Stück erst Anfang 1883 in Paris), begann er abermals Gedichte zuschreiben.

Doch hielt es ihn nicht lange in England und da er sehr gut Französischsprechen konnte ging er für 3 Monate nach Paris, hier änderte er seinen Kleidungsstil und versuchte die Pariser zu beeindrucken. Tatsächlich konnte er auf sich aufmerksam machen, doch fand er nicht viele Freunde in Frankreich.

Am 20.August 1883 hatte Wildes Stück Vera oder die Nihilisten  in New York Premiere, wurde aber von den Kritikern und dem Publikum nicht gut aufgenommen, Oscar Wilde war erschüttert über sein Debüt als Bühnenautor, reiste allerdings nicht gleich nach England zurück, sondern besuchte einige Freunde in den Staaten.

Wieder in der Charles Street angekommen, nahm er nur mit mäßiger Begeisterung eine weitere Vortragsreihe, durch England, über die Eindrücke von Amerika auf. 

2.7 Constance

Wilde begegnete Constance Mary Lloyd schon im Frühjahr 1881 bei einem Besuch bei Bekannten aus Dublin und er meinte, als er sie sah, seine ideale Frau gefunden zu haben.

Constance war schön und intelligent, wusste eine Menge über Kunst und Musik und konnte wunderbar Italienisch sprechen. Sie war auch kein Mensch, der nach gesellschaftlicher Anerkennung strebte. Ihre Kindheit war keine glückliche gewesen, da der Vater, erfolgreicher Jurist, nur selten zuhause war und sich kaum um die Kinder kümmerte. Als sie 16 war, starb der Vater und die Mutter heiratete einige Jahre später wieder, um endlich ohne Kinder leben zu können.

An Lilli Langtry schrieb er dass er in „...eine ernst, zierliche Artemis mit Veilchenaugen und schweren Wellen dunkelbraunen Haares, unter dem sich der blumengleiche Kopf wie eine Blüte neigt, und mit wundervollen Elfenbeinhänden, die dem Klavier so süße Töne entlocken, dass die Vögel in ihrem Gesang innehalten, um ihr zu lauschen...“ verliebt sei.

Er bat Constance um eine Kritik zu seinem Stück Vera und merkte, dass sie schlagfertig war, und er fühlte zum ersten Mal, dass ihn eine Frau herausfordern könnte. Als Wilde im November 1883 einen Vortrag in seiner Heimatstadt Dublin halten musste, war er nervöser als sonst, da Constance im Publikum sitzen würde. Am 25. November machte er ihr dann eine Heiratsantrag und sie nahm an. 

An einen Freund schreib Oscar Wilde: „Wir sind natürlich hoffnungslos ineinander verliebt.“ Und sie schrieb an ihn: „Glaubst du mir, dass ich Dich leidenschaftlich liebe mit der ganzen Kraft meines Geistes? Wenn du erst einmal mein Mann bist, werde ich Dich halten mit dem Bann der Liebe und Hingabe, so dass Du mich niemals verlassen wirst oder eine andere lieben, solang ich fähig bin, Dich zu lieben und zu halten.“ Diese Sätze lösten später, als er sie betrog, bei ihm große Gewissensbisse aus.

Constances Familie war erst nach langen Unterhaltungen mit ihm einverstanden und der Großvater streckte dem jungen Paar 5000 Pfund aus Constances Erbe vor, damit sie ein Haus mieten und es einrichten konnten. Von der Wildeschen Verwandtschaft gab es keine Bedenken.

Die Hochzeit fand dann am 29 Mai 1884 in der St. James’s Church, Sussex Garden statt. Das Hochzeitskleid und die Ringe hatte Wilde selber entworfen. Die Flitterwochen führten die beiden nach Paris, wo sie im Hotel ein Fest für alle Freunde Wildes gaben.

Als sie zurückkehrten, war das Haus in der Tite Street noch nicht fertig und das Geld von Constances Großvater aufgebraucht, so mussten sie anfangs in Hotels und Notunterkünften leben. Im Jahre 1885 war das Haus fertig und sie konnten einziehen.

Oscar Wilde glaubte, dass sich sein gesellschaftliches Leben durch die Ehe nicht zu ändern brauche und ging somit genauso häufig aus wie zu seiner Junggesellenzeit.

Am 5. Juni 1885 kam der erster Sohn Cyril zur Welt und Wilde war überglücklich, da er sich einen Knaben gewünscht hatte und er schrieb: „Das Baby ist wundervoll!....es hat einen breiten Nasenrücken! Die Amme sieht das als Beweis dafür an, dass es ein Genie wird!“ Auch ihm war sein Erstgeborener lieber.

Vyvyan Oscar Beresford Wilde wurde am 5. November 1886 als zweites Kind geboren. Nach dieser Geburt änderte sich die Beziehung zwischen Constance und Oscar, zwar liebte er Constance weiterhin, doch er begann, sie nach den beiden Schwangerschaften immer unattraktiver zu finden, und sie gab ihm nicht mehr das Gefühl, nur mit ihr vollkommen zu sein.

2.8 Der bekennende Homosexuelle

Im Jahre 1886 lernte er den sehr viel jüngeren Robert Ross kennen, der ein praktizierender Homosexueller war und schon im Jahre 1887 in das Haus der Wildes einzog, ohne dass Constance etwas von der Beziehung zwischen ihm und ihrem Mann ahnte. 

Da Wilde nun seine eigene Homosexualität akzeptierte und dies ihn von innerlichen Zwängen befreite, waren die darauf folgenden 4-5 Jahre die produktivste Phase seines Lebens.

Zwei Jahre war er Herausgeber der Frauenzeitschrift „The Women’s World“, für die er immer auf der Suche nach Journalistinnen war, bis ihn diese Tätigkeit langweilte.

Außerdem schrieb er in der Zeit einige Dramen, darunter auch Ein idealer Ehemann

und die Märchensammlung Der glückliche Prinz, sowie die Erzählung Das Gespenst von Cantervilles. 

Mit seinem Bruder hatte er in dieser Epoche seines Schaffens so manche Auseinandersetzung, da Willie es nicht ertragen konnte, wenn Oscar sich in seine „Clique“ einmischte und die Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

Als Ross dann nach Cambridge zog und Wilde immer seltener traf,  widmete sich dieser seiner Aufgabe als Vater, wenn er nicht schrieb oder auf einer Vortragsreise war. Trotzdem lebten sie immer noch von Constances Vermögen, das sie von dem Großvater geerbt hatte.   

Immer mehr war er von dem Einkommen der Rezensionen, die er anonym für verschieden Zeitschriften schrieb, abhängig. Das wiederum verschaffte ihm die Möglichkeit, seine Theorien in die Öffentlichkeit zutragen.

1890 erschien die Urfassung des Dorian Gray, veröffentlicht in einer Zeitschrift.

Auch schrieb er mehrere Essays, Geschichten, Gedichte und Deutungen, in denen er seine Ansichten und Zusammenhänge über die Kunst, die Gesellschaft, die Kriminalität mitteilte, und oftmals beschreib er dabei Passagen seines eigenen Lebens. Es entstanden unter anderem die Abhandlungen Der Kritiker als Künstler, sowie Der Verfall des Lügen

In dem Aufsatz Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus kommt Wildes Tendenz zum Anarchismus zum Tragen, da er immer darauf bedacht war eine Individualität voll auszukosten.

Einer der besten Freunde von Wilde zu diesem Zeitpunkt war der Dichter John Butler Yeats, er besuchte auch den Salon von Lady Wilde, und sie verband vor allem ihre Verbundenheit zu Irland. Dies ist um so erstaunlicher, da Wilde es, mied sich mit Menschen zu treffen oder zu reden, die ihm intellektuell gewachsen waren oder ihn sogar übertrafen. Außerdem versuchte er in dieser Zeit noch mehr als vorher sein „Ire-Sein“ zu verstecken, da er immer mehr zum Unterhalter der englischen Gesellschaft wurde und auch werden wollte. 

Charles Ricketts war ein Illustrator und Künstler, mit ihm arbeitet Wilde eng zusammen, wenn es um die Einbände seiner Bücher ging. Ihm und Yeats las er öfters Passage aus seinen unveröffentlichten Werken vor, auch aus seinem ersten offensichtlichen homosexuell geprägten Roman Das Portrait des Mr. W.H..

John Gray begegnete er bei Freunden im Jahre 1889, dieser war von Wildes Persönlichkeit überwältigt. Er war Bibliothekar und schreib eigene kleine Texte und Gedichte. Zwischen den beiden entwickelte sich ein intimes Verhältnis und Wilde war immer darauf bedacht, seinen Einfluss in der Gesellschaft auch Gray zugute kommen zu lassen und ihn durch seine Ansichten zu prägen bzw. zu beeinflussen. Und als er Dorian den Namen „Gray“ gab, drückte das seine Leidenschaft zu diesem jungen Mann aus.

2.9 Alfred

1891 erschien die Buchfassung Das Bildnis des Dorian Gray. Von vielen wurde das Buch nicht angenommen, die Mutter lobte es in den höchsten Tönen und die Homosexuellen in der Gesellschaft waren beunruhigt, dass die Öffentlichkeit so auf ihr Leben aufmerksam gemacht wurde.

1891 schrieb Wilde das erstes Bühnenstück, das großen Erfolg hatte: Lady Windermeres Fächer und fuhr gleich darauf wieder nach Paris um dort Salomé in Französisch zu schreiben.

Zur Premiere von Lady Widermeres Fächer gab es Bravo - Rufe und tosenden Beifall, Wilde jedoch wurde als arrogant und überheblich beschrieben.  

Während der Proben hatte er nicht zuhause bei seiner Frau und seinen Kinder gewohnt, sondern in einem Hotel und verlangte nach jeder Probe eine Besprechung, in denen er seine eigenen Inszenierungsideen durchsetzten wollte.

Oscar lebte immer noch wie ein Junggeselle und dies wurde von Constance akzeptiert, da sie wusste, dass ihr Mann gern der Mittelpunkt von Gesellschaften war. Trotzdem verletzte sie das viele Ausgehen ihres Mannes.

Im Sommer 1890 hatten Wilde und Alfred sich durch einen Freund  Lionel P. Johnson kennen gelernt, der Alfred eines Tages in das Haus der Wildes mitnahm. 

Constance hieß auch ihn in der Familie willkommen und versuchte zu akzeptieren, dass ihr Mann die Gespräche mit dem Jüngling brauchte.   

Die Liebesbeziehung bedeutete Oscar mehr als Alfred (Kosename „Bosie“), der noch jung war und nicht wusste was er wollte.

In den Jahren von 1890 bis 1892  wuchs Wildes Interesse für Alfred und dies verletzte John Gray so sehr, dass er kurz davor stand, verrückt zu werden. Doch mit der Hilfe von  M.A.Raffalovich, einem Mann, der Wilde hasst und nur nach einer Gelegenheit suchte, ihn bloßzustellen oder zu mindest zu verletzen, fand er wieder zurück ins Leben und veröffentliche einige seiner Werke.

Das Thema der heimlichen Liebe, die er selber gerade erlebte, hatte Wilde in Salomé verarbeitet, das 1884 uraufgeführt wurde und damals schrieb er: „Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes“. Die Übersetzung aus dem Französischen wurde natürlich Alfred Douglas überlassen, der sich sehr geschmeichelt fühlte. Den Einband für das Werk gestaltete dieses Mal nicht Ricketts, sondern ein junger Künstler namens Aubrey Beardsleys, der Wilde wegen seiner ablehnenden Haltung Homosexueller gegenüber faszinierte. 

Als Oscar Bosies Übersetzung nicht gefiel, gingen sie im Streit auseinander, versöhnten sich kurze Zeit später jedoch wieder.

Und bald darauf zog sich Wilde mit Alfred zurück, um Eine Frau ohne Bedeutung zu schreiben und um Golf zu spielen. Dieses Stück machte ihn endgültig in London berühmt, aber Wilde wollte auch in Amerika mit seinen Stücken Erfolg haben.

In diesen Jahren wurde Wilde immer korpulenter und von vielen als unansehnlich bezeichnet. Er selber fand sich nicht zu dick, „Wenn ich in Schwierigkeiten bin, ist Essen das einzige, was mir Trost spendet.“ Doch neben Alfred fühlte er sich hässlich, aber Wilde suchte nicht nur nach sexueller Befriedigung, sondern auch geistige Übereinstimmung. Alfred war habgierig und selbstsüchtig, kritisierte Oscar ständig und lenke ihn vom Schreiben ab. 

Das wiederum störte Oscar und die beiden hatten oft Streit, in denen Bosie „widerlich“, „hassenswert“, „abstoßend“ und „gewalttätig“ wurde und doch wenn Bosie Freunde mitbrachte, die von Wilde bewirten werden wollten und er Streit mit ihm anfing, brauchte Alfred nur Wildes Hand nehmen und alles war wieder in Ordnung.    

Da Alfred in seiner Kindheit kaum Lob von seinem Vater bekommen hatte, von dem sich die Mutter wegen Ehebruch getrennt hatte, litt er unter Depressionen und wollte ständig hören, wie begehrenswert er war.

Oscars Bruder heiratete in diesem Jahr, doch Wilde wohnte der Hochzeit nicht bei, was Lady Wildes sehr kränkte, da sie nicht verstehen konnte, warum sich die Brüder hasste. Denn Oscar sprach nie von seinem Bruder, was dieser um so öfter tat.  

Constance wiederum litt darunter, dass ihr Mann nie zuhause war, aber mit Alfred zusammen war. Später hatte sie selber eine kurze Affäre, doch wollte sie ihren Mann halten und beendete deshalb diese Romanze kurze Zeit später. Sie behielt aber ihr intimes Geheimnis.

Im Jahre 1893 verließ Lord Alfred Oxford ohne Abschluss, da er behauptete Adelstitel würden in der Gesellschaft mehr bedeuten als Zertifikate und reiste nach Kairo.

Als Alfreds Mutter und Vater herausfanden, dass er und Wilde ein sexuelles Verhältnis hatten, kam es zu einem großen Streit, worauf Bosie seine Eltern mehr als je zu vor hasste.

Der Sommer 1894 war der letzte, den die Familie Wilde gemeinsam verbrachte. Oscar Wilde lernte zum ersten Mal das Kindermädchen seiner Jungen kennen, die schon seit einem Jahr im Haushalt angestellt war. Als Alfred zu Besuch kam, reisten die Mutter mit den Kindern ab. Er lachte Wilde aus und verlangte, dass er mit ihm ins Grant Hotel umzögen.

Wildes Schulden in London wuchsen, er reiste dennoch mit Bosie nach Algerien und beendete sein Stück Ernst und seine tiefere Bedeutung.

2.10 Zuchthaus

Mitte Februar 1885 hatte Ernst und seine tiefere Bedeutung Premiere, doch die Atmosphäre war gespannt, denn Wildes Freund, Theaterdirektor und Schauspieler George Alexander wusste, dass Alfreds Vater die Beziehung seines Sohnes an die Öffentlichkeit tragen wollte. Wilde hatte schon im Juni 1894 eine Anwalt zu Rate gezogen, da er die ständigen Demütigungen von Bosies Vater nicht mehr ertragen konnte.

Der 1. März 1895 ist der Tag, an dem Wilde Anzeige gegen den Marquis von Queensberry wegen öffentlicher Verleumdung einreicht. Einen Monate später wird die Sache verhandelt, Wildes Anwalt ist Sir Edward Clarke. Im Kreuzverhör von Wilde werden immer wieder seine Verhältnisse zu Männern  angesprochen, er verliert den Prozess. Sein Anwalt rät ihm, zu fliehen und nach Frankreich zu gehen. Aber er weigert sich.

Am 26.04.1895 wird das Verfahren gegen Wilde verhandelt, Queensberry hatte ihn angezeigt wegen „grober Unzucht“ (Höchststrafe dafür: 2 Jahre Zuchthaus). Während dieser Zeit sitzt Oscar bereits im Gefängnis, Bosie besucht ihn jeden Tag, setzt sich aber bei Verhandlungsbeginn nach Frankreich ab, da er fürchtet, selber verhaftet und verhört zu werden.

Constance muss zu dieser Zeit vielerlei Demütigungen ertragen, vor allem die Versteigerung des Hauses, um die Schulden ihres Mannes abzuzahlen. Die Jungen schickt sie mit der Haushälterin in die Schweiz.

In diesem ersten Verfahren sagten viele Stricherjungen gegen Oscar aus, und es wurde aus Wildes Werken (vor allem aus Dorian Gray) zitiert, die Geschworenen kommen aber zu keinem Urteil. 

Das 2. Verfahren beginnt am 20.05.1895. Zwischen den beiden Verfahren wohnt Wilde bei seiner Mutter, da ihn kein Londoner Hotel mehr aufnehmen wollte. Constance rät ihm, England zu verlassen. Doch er weigert sich wieder. In diesem zweiten Verfahren wird Wilde schuldig gesprochen und er kommt zuerst ins Männergefängnis Pentonville.

Dort verlor er 10 Kilo, seine Persönlichkeit wird durch Demütigungen gebrochen. Lesen und Schreiben war in allen Gefängnissen, in denen Wilde inhaftiert war, verboten. Ein Freund konnte aber durchsetzten, dass bei Oscar eine Ausnahme gemacht wurde. 

Am 4. Juli 1895 wurde er in das Zuchthaus Wandsworth verlegt. Hier besuchte ihn zwar Constance, er spielte jedoch mit dem Gedanken, sich um zu bringen.

Am 20.11.1895 wurde er in das Zuchthaus Reading verlegt und dort arbeitete er in der Bibliothek, durfte lesen und schreiben. Die Chance die Ehe zu retten, wurde immer kleiner und letztlich unterschreibt Wilde die Papiere, welche ihm das Sorgerecht für seine Kinder entzieht.

Oscars Mutter starb am 03.02.1896 und er wurde am 18.05.1897 aus dem Gefängnis entlassen. 

Freunde hatten für ihn Geld gesammelt und Oscar Wilde zog nach Frankreich. 

2.11 Die letzten Jahre

Wilde, begleitet von seinem Freund Robert Ross, brach so schnell wie möglich nach Frankreich auf, um die verächtlichen Blicke in England nicht mehr ertragen zu müssen.

Er begann Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading zu schreiben, die 9. Februar 1898 in England und kurze Zeit später in Frankreich veröffentlicht wurde. Erfolg hatte das Werk nur in Frankreich.

Wilde konnte die Ereignisse der letzten Jahre nicht verarbeiten und wurde langsam Alkoholiker.

Am 27.08.1898 traf er Bosie wieder und reiste mit ihm nach Neapel, wo er Italienisch lernte. Doch als sein Geld aufgebraucht war, reiste Alfred ab und wandte sich von seinem Freund ab.

Constance starb am 7.4.1899 an ihrem Chronischen Rückenleiden, dies versetzte Wilde in tiefe Trauer, weil er nun seine Söhne nie wieder sehen würde.

Auch bei Willies Tod, am 13.4.1899, bedauerte er, dass die große Kluft zwischen den beiden Brüdern bestanden hatte.

In Frankreich fand er nur wenige Freunde in Theatern und bei Dichterlesungen, denn er hatte seine Charme nicht verloren. Er vereinsamte zusehends, musste die wenigen Freunde immer wieder um Geld anbetteln, er beklagte sich nie über die Einsamkeit, hatte aber immer weniger Kraft zum Leben. 

Im Februar 1900 bekam er eine Halsinfektion, die operiert werden musste, doch er erholte sich nie mehr richtig davon, dennoch reiste er nach Rom zum Papst und trat dem Katholizismus bei.

Seine Fieberkrämpfe stellten sich als unheilbare enzephalitische Meningitis heraus.

Oscar Wilde starb am 30.11.1900 im Beisein eines Priesters.

3. Vergleichende Betrachtung anhand „Das Bildnis des Dorian Gray

In Das Bildnis des Dorian Gray wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der ein furchtbares Geheimnis mit sich herumträgt, denn statt seiner altert sein Portrait. Dorian Gray gehört der besseren Gesellschaft Englands an, ist jung und beeinflussbar. Er lässt sich von dem Maler Basil Hallward malen und lernt am Tag der Fertigstellung den Bildes Lord Henry Wotton kennen, der sein Freund und Mentor wird. Er beeinflusst ihn so, dass sich Dorian wünscht,  das Gemälde solle statt seiner altern.

Doch Dorian Gray kann mit diesem Geheimnis nicht leben, er stürzt Menschen ins Unglück, versucht sich, mit Drogen abzulenken und tötet seinen Freund Basil Hallward, als dieser ihn bittet, ihm sein Geheimnis zu offenbaren. Dorian macht ihn für sein Unglück verantwortlich. 

Als dann der Bruder seiner ersten großen Liebe, die sich wegen ihm umgebracht hat, auftaucht und schwört, ihn umzubringen und gleichzeitig das Portrait immer widerlicher wird, hält er dem Druck nicht mehr stand und ersticht sich. Letztlich kann er nur noch an seinen Ringen identifiziert werden. 

Nach der Fertigstellung dieses Roman schrieb Oscar Wilde: „Ich habe gerade meine erste lange Geschichte beendet und bin erschöpft. Ich befürchte, sie ist fast wie mein Leben – nur Konversation und keine Handlung.“

Der Name Gray erinnert an einem Liebhaber Wildes: John Gray (siehe Bild). Wilde empfand für diesen Mann eine große Zuneigung und Leidenschaft. Die Beschreibung von Dorian Grays Äußeren passt auf die John Grays, den vielen Zeitgenossen als sehr jugendlich beschrieben, im Roman schreibt Wilde: „...auf mich wirkt er nämlich fast schon wie eine Junge, obwohl er in Wirklichkeit schon zwanzig ist-...“, an einer anderen Stelle: „Ja, mit seinem zart geschwungenen, scharlachroten Lippen, den klaren, blauen Augen und dem krausen, goldfarbenen Haar war er tatsächlich wunderschön....[...] Mit seinem schönen Gesicht und seiner schönen Seele war er eine Wesen zum Anstaunen.“ (diese Beschreibung passt ebenso auf Alfred, der diesem Ideal noch mehr gleicht als John Gray)

Für Oscar Wilde spielte das Aussehen eine sehr wichtige Rolle, vor allem bei der Wahl seiner Liebhaber. So lässt er in seinem Roman Lord Henry sagen: „Leben Sie Ihre Jugend so lange Sie sie noch haben! Vergeuden Sie nicht ihre goldenen Tage... Mit ihrer persönlichen Ausstrahlung könne Sie alles erreichen.... Absolut nichts auf der Welt geht über Jugend!“ und Dorian Gray stellt später für sich selber fest: „Wer seine Schönheit verliert,...,der verliert alles.“

Oscars Freunde waren immer sehr viel jünger als er, Lord Alfred war über 15 Jahre jünger als Wilde und später im Gerichtssaal antwortete er, als ihn die Anklage fragte, ob er jemals einen Jüngling namens Walter Grainger geküsst habe: „Du liebe Güte, nein! Er war eine besonders unansehnlicher junger Mann. Leider war er extrem hässlich. Deshalb tat er mit leid.“ Schon dieser kleine Ausspruch Wildes zeigte, dass er stets die Jugend und die Schönheit liebte.

Es gibt auch einige Anspielungen auf die Griechische Antike, für die sich Oscar immer sehr interessiert hatte, vor allem für die Beziehung zwischen den Männern, die damals als normal galt. „Gazie war ihm eigen, die makellose Reinheit der Jugend und jene Schönheit, wie sie alte griechische Marmorbildwerke uns bewahrt haben.“

Dies ist ein weiter Aspekt dieses Roman, die Homosexualität. Zu der Zeit, als Oscar Wilde den Roman schrieb, hatte er sich schon Jahre seine eigene Homosexualität eingestanden und ließ seine Erfahrungen in sein Buch einfließen. So beschreibt der Maler Basil Hallward seine abgöttische Liebe zu Dorian folgendermaßen: „...Dorian, von dem Augenblick an, als ich Sie kennen lernte, hat Ihre Persönlichkeit mich zutiefst beeinflusst. Sie haben mich beherrscht - meine Seele, meinen Verstand, meine Schaffenskraft... Ich wollte Sie ganz für mich haben.“ Kurz vor der Fertigstellung des Bildes sagt er zu Lord Henry über Dorian: „Er ist mir jetzt meine ganze Kunst.“ Aber nicht nur die leidenschaftlichen Gefühle werden gezeigt, sondern auch die Angst, in der diese Männer zu dieser Zeit lebten, 1885 waren Gesetzte gegen die Homosexuellen verabschiedet worden, nach denen später auch Wilde verurteilt wurde. 

Dorian droht einem Freund sein Geheimnis zu verraten, wenn er ihm nicht helfe, die Leiche von Basil zu beseitigen: „Campbell nahm das Blatt zur Hand, entfaltete es und begann zu lesen. Sein Gesicht wurde gespenstisch bleich; er sank auf den Stuhl zurück. Eine schreckliche Übelkeit überkam ihn. ,Tut mir sehr leid für dich, Alan....aber du lässt mir keine andere Wahl. Ich habe bereits einen Brief geschrieben. Du weißt, welche Folgen das hat.‘ Campbell vergrub das Gesicht in den Händen; ein Schauer durchrieselte ihn.“ Auch Wilde musste immer mit dieser Angst, entdeckt zuwerden, leben.

Der Roman beschreibt ausführlich das Leben der  „gehobene“ Gesellschaft Englands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Immer wieder werden Dinnerpartys und Empfänge beschrieben, so, wie Oscar Wildes Leben gleichermaßen aus täglichen Einladungen und Treffen mit Freunden und Bekannten bestand.

 „Wir können zusammen ausreiten, und hinterher nehme ich Sie zum Lunch bei Lady Branksome mit....Oder sollen wir den Lunch lieber bei unserer kleinen Duchess nehmen?“ oder „....ging ich zu einem großen Empfang bei Lady Brandon.“ heißt es im Dorian Gray.

Die Figur Lady Brandon ist auf Lady Wilde zurück zu führen, beide sind Frauen die viele Dinnerpartys geben und eine ungewöhnlich direkte Art haben, ihre Gäste einander vorzustellen: „Und wie hat Lady Brandon diesen wundervollen Jüngling vorgestellt? Sie ist ja immer darauf bedacht, ihre Gäste mit einer gerafften Zusammenschau an den Mann zubringen.“ sagt Lord Henry über sie, als der Maler Basil ihm von seiner ersten Begegnung mit Dorian erzählt. Die Biographin Wildes Barbara Belford schreibt über Oscars Mutter: „Lady Wilde stellte jeden Gast wiederholt vor, in dem sie sich ausführlich über dessen neuste Meriten erging.“

Doch nicht nur das Eingeladenwerden und sich selber einladen - „Ich habe mich und Mr. Gray eingeladen“ - ist für Wilde und seine Romanfiguren wesentlich. Im Mittelpunkt dieser Gesellschaft zu stehen und sie zu unterhalten, ist dem Autor genau so wichtig wie seinen fiktiven Personen. Lord Henry Wotton bemerkt einmal: „...- es gibt ja nur eins, was schlimmer ist, als im Gerede zu sein, nämlich nicht im Gerede zu sein.“ oder „Sie müssen bald wieder bei mir dinieren. Sie sind wirklich ganz wunderbar anregend - viel anregender als das Mittel, das Sir Andrew mir immer verschreibt. Sie müssen mir aber sagen, wen Sie beim Dinner dabei haben wollen. Es soll eine erfreuliche Veranstaltung werden.“

Genau wie Wilde interessierte sich Lord Henry wenig für die Leiden und Probleme anderer. Als Constance über ihre Kindheit reden wollte, über die Eltern, die nie da waren, hörte Wilde nicht zu. Wotton sagt: „Ich habe für alles Verständnis, nur nicht für das Leid. Es ist zu hässlich, zu ekelhaft, zu bedrückend. Je weniger man die Schattenseiten erwähnt, um so besser.“, denn es könnte passieren, dass jemand hinter die Maske blickt und etwas von seinen wahren Gefühlen entdeckt. Auch Dorian Gray verbirgt seine kranke Seele hinter der Fassade der Schönheit, die Verbrechen sind ihm nicht anzusehen: „Es hat Sie nicht verdorben. Doch: Dorian, sie sind immer noch derselbe....Ihre Kunst war das Leben.“ sagt Lord Henry zu Dorian. Oscar Wilde erklärt über sich: „Mein Leben gleicht einem Kunstwerk!“

Ein weiteres wichtiges und großes Thema in Das Bildnis des Dorian Gray ist die Beziehung zwischen dem Schüler Dorian und seinem Mentor Lord Henry. Oscar Wilde hatte genauso jüngere Männer an seiner Seite, die er zu formen versuchte und denen er ein guter Lehrer zu sein wollte. Einerseits glaubt er, „das Leben strebt von selbst nach Entfaltung“ und verlangt eine solche Haltung auch von seinen „Schülern“. Andererseits duldet er keinen Widerspruch, Dorian: „Es bleibt mir gar nichts anders übrig, als Ihnen alles zu erzählen. Sie haben einen seltsamen Einfluss auf mich.“, doch gibt er auch zu: „Wenn ich bei ihr bin, bereue ich alles, was ich von Ihnen gelernt habe,...schon die Berührung von Sibyl Vanes Hand lässt mich Ihre verkehrten, faszinierenden, zersetzten, wunderbaren Theorien vergessen.[...] Ihre Theorien über das Leben, Ihre Theorien über die Liebe, Ihre Theorien über den Genuss.“ 

So ist Wilde beispielsweise sehr verärgert, als er aus Amerika zurückkommt und sein Schüler J.R.Rodd die  Verbesserungsvorschläge für sein Buch nicht annehmen will und sich somit scheinbar von ihm ab- und anderen zuwendet. 

Oscar Wilde nimmt auch Erinnerungen an seinen Vater in das Geschehen auf, so einen Bezug auf die unehelichen Kinder: „Warst du mit meinem Vater verheiratet?’, ,Nein’ erwiderte sie. ,Ich wusste, dass er nicht frei war. Wir haben uns sehr geliebt’ “, dies antwortet Sibyl Vanes Mutter ihrem Sohn, kurz vor dessen Abreise nach Australien.

Doch nicht nur die Vergangenheit seiner Eltern spielt eine Rolle, auch seine eigene. 

Oscar beschreibt wie Sibyls Bruder James sich Sorgen um seine Schwester und deren Glück macht, eine Anspielung auf seine Sorgen um seine verstorbene Schwester: „Pass auf Sibyl auf, Mutter, pass bloß auf sie auf!“ und zu seiner Schwester sagt er im Bezug auf Dorian: „...wenn er dir jemals was antut, dann bring ich ihn um.“

Doch beschreibt er nicht nur die Geschwisterliebe, sondern in der Liebe Dorians zu einer Schauspielerin, auch seine eigene Leidenschaft für Lillie Langtrys und das Aussehen von Constance: „Aber Julia! Harry stellen sie sich eine Mädchen vor....mit einem kleinen, blumengleichen Gesicht, einem schmalen griechischen Kopf und dunkelbraunen, geflochtenen Locken....sie war das lieblichste Wesen, dass ich je in meinem Leben gesehen habe.“ sagt Dorian Gray nach dem Abend, als er Sibyl Vane kennen gelernt hat, zu Lord Henry. 

Und doch spricht Wilde in seinem Buch oft davon, das Frauen „das dekorative Geschlecht“  sein und keine Genies. „Männer“ verkörpern „den Triumph des Geistes über die Moral.“

Die Liebe Dorians zu Sibyl geht verloren, als sie ihre schauspielerische Fähigkeit, durch die Liebe zu ihm, verliert. Sie zeigt ihr wahres Gesicht, das Geheimnisvolle, das Gray an ihr schätze, fiel von ihr ab. Genauso so ging es Wilde, als er Constance richtig kennen lernte, ihre Geheimnisse erfuhr und sie durch die Schwangerschaften, für ihn, ihre Schönheit verlor. „Das wahre Geheimnis ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare“ meint Wotton und Dorian sagt zu Sibyl: „Du hast meine Liebe getötet. Vorher hast du immer meine Phantasie erregt. Ich habe dich geliebt, weil du für mich ein Wunder warst, weil du Genie und Geist hattest... Das alles hast du weggeworfen. Du bist oberflächlich und dumm.“

Nach der Hochzeit lebte Oscar weiter wie ein Junggeselle, ging aus, wann er wollt, wohin er wollte, wie lang er wollte und das alles ohne sein Frau. Diese war erst schwanger und kümmerte sich später um die Kinder. So hält es auch Lord Henry: „Heutzutage leben alle Ehemänner wie Junggesellen...“

Als Zeichen, dass dieser Roman von Menschen seines Standes, Bildungsgrad  und Gesinnung handelt, lässt  der Autor Lord Henry von Basil als einen „alten Freund aus der Oxforder Zeit“ sprechen und alle Hauptfiguren treten als Ästheten/Dandys auf: „.....wurde Dorian Gray, überaus elegant gekleidet und mit einem Sträußchen Parmaveilchen im Kopfloch, von dienenden Lakaien in Lady Narboroughs Salon geleitet.“ (Blumen im Knopfloch waren das besondere Markenzeichen der Dandys) und Lord Wotton spricht von der Herrlichkeit des Zigarettenrauchens: „Die Zigarette ist ein vollendetes Sinnbild für den vollendeten Genuss.“ Und nicht nur die Zigarette ist normal, sondern genauso die Schulden, die in Wildes Leben alltäglich waren, Henry stellt fest, „er bezahle seine Rechnungen nie“ 

Sowohl der Glaube, als auch der Aberglaube kommen zur Sprache, auch Oscar Wildes Unentschlossenheit dem Katholizismus gegenüber: „Einmal ging das Gerücht, er wolle zu katholischen Glauben übertreten. Niemals jedoch beging er den Fehler, seine geistige Entwicklung durch die förmliche Anerkennung eines Glaubens oder einer Lehre zu hemmen....“. Nachdem Dorian Gray bei dem Jagdunfall zugegen ist, bei dem James Vane getötet wird, will er unverzüglich abreisen: „Das Haus stand unter keinem guten Stern; der Tod ging dort am hellerlichten Tage um.“ Wilde selbst war abergläubisch und ließ bei der Geburt seiner beiden Söhne, für jeden ein Horoskop anfertigen.

Natürlich verarbeitete er auch im Dorian Gray seine Eindrücke von Amerika: „Ich bin dort überall herum gekommen, im Wagen, die mir von den Eisenbahndirektoren zur Verfügung gestellt wurden; man ist in solchen Dingen äußerst zuvorkommend. Ich versichere Ihnen, ein Besuch in diesem Land wirkt ungemein bildend.“

Oscar Wilde sagt selber, das Dorian Gray der Mensch ist, der er gern sein würde, immer jung und schön. Lord Henry Wotton ist der Mann, für den ihn die Gesellschaft hält, immer eine gerngesehener Gast und herausragender Unterhalter und Mittelpunkt von Partys. 

„Basil Hallward ist der, für den ich mich halte.“ sagt Wilde, denn unter seiner Maske gab es ein wenig geliebte Genie und einen unattraktiven Mann, der von der Jugend eingenommen war.

4. Quellennachweis:

·         Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray. Übersetzung: Hans Wolf, 

·         Oscar Wilde: Lord Arthur Saviles Verbrechen und andere Erzählungen. Übersetzung: Eike  Schönfeld,

·         Oscar Wilde: Der glückliche Prinz und andere Märchen. Übersetzung: Susanne Luber 

·         Oscar Wilde: Der Kritiker als Künstler und andere Essays. Übersetzung: Georg Deggerich,

·         Oscar Wilde: Ernst und seine tiefere Bedeutung. Übersetzung: Bernd Eilert, 2. Auflage, der „Züricher Ausgabe – Werke in 5 Bänden“, 

·         Zürich: Haffmans Verlag, 1999

·         Barbara Belford: Oscar Wilde – Ein paradoxes Genie. Übersetzung: Susanne Luber,  1. Auflage, Zürich: Haffmans Verlag, 2000

·         Microsoft: Encarta - Enzyklopädie 2001

·         Bilder und Briefe von der Internetseite: www.besuche-oscar-wilde-de/start.htm

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