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Kommentar: Das Stück spielt zwar vor mehr als 100 Jahren, aber es geht um zeitlose Themen wie Insidergeschäfte, Politik und Moral, Erpressung und die Macht der Presse, Liebe und Vertrauen. Witzige Wendungen machen die Lektüre auch heute noch zum Vergnügen. Das ganz Besondere sind die geschliffenen Dialoge voller Esprit, für die Oscar Wilde zu Recht berühmt ist. |
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Oscar Wilde:
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| Inhalt: Eine Intrigantin versucht 1895, einen aufstrebenden englischen Politiker zu erpressen. Sie weiß, dass Sir Roberts Karriere vor 18 Jahren mit einem Insidergeschäft begann und droht, mit ihrem Wissen zur Presse zu gehen. Als sie das Geheimnis seiner Ehefrau verrät, bricht für die Lady eine Welt zusammen. Ein Freund versucht, Robert zu helfen, aber dadurch kommt es zunächst erst einmal zu neuen Verwicklungen ... |
Uraufführung am 3. Januar 1895 im Theatre Royal, London Oscar Wilde: Plays Collins Clear-Type Press, London / Glasgow 1969 | |||
Oscar Wilde: An Ideal Husband |
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Inhalt: Sir Robert: A political life is a noble career! Sie möchte mit Sir Robert über die Argentinische Kanal-Gesellschaft sprechen. Sir Robert: What a tedious, practical subject for you to talk about,
Mrs. Cheveley! Mrs Cheveley besitzt ein Aktienpaket der Argentinischen Kanal-Gesellschaft und weiß, dass es sich um einen groß angelegten Börsenschwindel handelt. Sir Robert ließ das Projekt von einer speziellen Kommission prüfen und wird in wenigen Tagen im Unterhaus über das Ergebnis berichten. [...] they report that the works are hardly begun, and as for the money already subscribed, no one seems to know what has become of it. The whole thing is a second Panama, and with not a quarter of the chance of success that miserable affair ever had. Genau das möchte Mrs Cheveley verhindern; sie bittet ihn darum, zu behaupten, die Kommission sei voreingenommen, habe sich getäuscht, und vor einem endgültigen Urteil über das Projekt müssten weitere Auskünfte eingeholt werden. – Sir Robert glaubt zunächst an einen Scherz, aber Mrs Cheveley erpresst ihn: I mean that I know the real origin of your wealth and your career, and I have got your letter, too. Sir Robert erbleicht: Vor 18 Jahren – damals war er 22 und arm
– zeigte ihm Baron Arnheim seine luxuriöse Einrichtung und versprach ihm,
auch ihn reich zu machen, falls er ihm eine wertvolle vertrauliche
Information zukommen lasse. Sechs Wochen später erfuhr er als Lord Radleys
Sekretär von den Plänen der englischen Regierung, Suezkanal-Aktien zu
kaufen. In einem Brief riet er Baron Arnheim zum sofortigen Erwerb – drei
Tage, bevor die Regierung ihre Absicht ankündigte und die Kurse stiegen.
Baron Arnheim verdiente dadurch eine dreiviertel Million Pfund Sterling
und revanchierte sich, indem er seinem Informanten 110 000 Pfund
überließ und ihm einen Sitz im Unterhaus verschaffte. You have never been poor, and never known what ambition is. Lord Goring rät ihm, Gertrude alles zu gestehen. [...] no man should have a secret from his own wife. She invariably finds it out. Women have a wonderful instinct about things. They can discover everything except the obvious. Doch Sir Robert wagt es nicht, weil er fürchtet, dadurch ihre Liebe zu verlieren. Von einem öffentlichen Geständnis hält auch Lord Goring nichts. [...] if you did make a clean breast of the whole affair, you would never be able to talk morality again. And in England a man who can't talk morality twice a week to a large, popular, immoral audience is quite over as a serious politician. There would be nothing left for him as a profession except Botany or the Church. A confession would be of no use. It would ruin you. Lora war noch ein mittelloses Mädchen, da verliebte sich der
jetzt 34-jährige Dandy Arthur Goring in sie, und sie verlobten sich. Als
Lora allerdings drei Jahre später den noch reicheren Lord Mortlake kennen
lernte, trennte sie sich von dem Viscount. All I do know is that life cannot be understood without much charity, cannot be lived without much charity. It is love, and not German philosophy, that is the true explanation of this world, whatever may be the explanation of the next. Verwundert beobachtet Gertrude, dass der stadtbekannte Dandy
nicht, wie gewohnt, zynische Bonmots von sich gibt ("To love oneself is
the beginning of a lifelong romance"), sondern ernsthaft mit ihr spricht
und ihr versichert, er sei immer für sie da. Mrs. Cheveley: I see that after all these years you have not changed a
bit, Gertrude. Als Lady Chiltern ihrer impertinenten Besucherin die Tür weist, schlägt diese verbal zurück: Your house! A house bought with the price of dishonour. A house, everything in which has been paid for by fraud. In diesem Augenblick kommt Sir Robert herein. Lady Chiltern
fordert ihn auf, die Beschuldigung zurückzuweisen. Stattdessen will Robert
ihr die Zusammenhänge erklären, aber sie möchte nichts weiter hören. Für
sie bricht eine Welt zusammen, denn sie bewunderte ihren Mann, hielt ihn
für lauter und über jeden Zweifel erhaben. Why can't you women love us, faults and all? Why do you place us on monstrous pedestals? […] Women think that they are making ideals of men. What they are making of us are false idols merely. You made your false idol of me, and I had not the courage to come down […] 3. Akt: Lord Caversham: Do you always really understand what you say,
sir? Ein Bote bringt ein Briefchen, in dem Lady Chiltern ihren
Besuch ankündigt: "I want you. I trust you. I am coming to you. Gertrude."
Bevor Arthur sich zu dem Gespräch mit seinem Vater ins Raucherzimmer
zurückzieht, beauftragt er seinen Diener Phipps, die Dame, die gleich
kommen werde, ins Ankleidezimmer zu führen. Es sei sehr wichtig, schärft
er ihm ein. Alle weiteren Besucher solle er ausnahmslos
abweisen. Lord Goring: Robert, you love your wife, don't you? Robert hört, wie im angrenzenden Raum, dessen Tür nur
angelehnt ist, ein Stuhl umfällt. Er sieht nach und entdeckt – Mrs
Cheveley. Lord Goring ist verwirrt. Robert hält Arthur für einen falschen
Freund und verlässt wütend das Haus. I thought you would have risen to some great height of self-sacrifice, Arthur. I think you should. And the rest of your life you could spend in contemplating your own perfections. Als sie merkt, dass sie Lord Goring nicht überreden kann, beendet sie das Gespräch mit den Worten: Well, Arthur, I suppose this romantic interview may be regarded as at an end. You admit it was romantic, don't you? For the privilege of being your wife I was ready to surrender a great prize, the climax of my diplomatic career. You decline. Very well. If Sir Robert doesn't uphold my Argentine scheme, I expose him. Voilà tout. Mrs Cheveley versichert Lord Goring, sie habe nicht vorgehabt,
Lady Chiltern das Geheimnis ihres Mannes zu verraten, sondern nur nach
ihrer verlorenen Brosche fragen wollen. Lord Goring horcht auf. Er hat den
Schmuck gefunden und wiedererkannt: Vor zehn Jahren schenkte er ihn seiner
Cousine, Lady Berkshire, zur Hochzeit. Mrs Chevely muss ihn ihr gestohlen
haben. Er droht ihr mit der Polizei und zwingt sie, ihm den Brief seines
Freundes auszuhändigen. Obwohl sie nun nichts mehr gegen Sir Robert in der
Hand hat, gibt Mrs Cheveley nicht auf: Sie bittet Lord Goring, ihr ein
Glas Wasser zu bringen und steckt in der Zwischenzeit Lady Chilterns
Briefchen ein. You love Robert. Do you want to kill his love for you? What sort of existence will he have if you rob him of the fruits of his ambition, if you take him from the splendour of a great political career, if you close the doors of public life against him, if you condemn him to sterile failure, he who was made for triumph and success? […] Take my advice, Lady Chiltern, and do not accept a sacrifice so great. If you do, you will live to repent it bitterly. […] Tatsächlich kann Gertrude Chiltern ihren Mann überreden, den
Kabinettsposten anzunehmen. Doch als Arthur ihn um die Hand seiner
Schwester bittet, verweigert er trotz seiner Dankbarkeit und Freundschaft
seine Einwilligung, denn aufgrund seiner Beobachtung vom Vorabend nimmt er
an, dass der Dandy seine Beziehung zu Mrs Cheveley noch nicht beendet hat.
Da gesteht Lady Chiltern, dass ihr Briefchen nicht an ihren Mann, sondern
an Lord Goring gerichtet war und dieser nicht Mrs Cheveley, sondern sie
erwartete. |
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Kommentar: Mrs. Cheveley: Ah! the strength of women comes from the fact that psychology cannot explain us. Men can be analysed, women … merely adored. Oliver Parker verfilmte das Theaterstück 1999 mit Cate
Blanchett, Julianne Moore, Rupert Everett und Jeremy
Northam. |
| Inhaltsangabe und Kommentar: © Dieter Wunderlich
2003 Textauszüge aus Oscar Wilde, Plays. Collins, London 1969 Seitenanfang |
| Oliver Parker: Ein perfekter Ehemann |