Camille Pissarro - 1830-1903


Ufer der Marne bei Chennevières - Camille PissarroFranzösischer Maler und Graphiker, bedeutender Repräsentant des Impressionismus. Pissarro wurde am 10. Juli 1830 in Saint Thomas auf den Jungferninseln geboren. 1855 übersiedelte er nach Paris, wo er während des Studiums an der Kunstakademie und der Académie Suisse mit Claude Monet, vermutlich auch Paul Cézanne und Gustave Courbet in Berührung kam. Maßgeblichen Einfluss auf sein Frühwerk gewann indessen Camille Corot, der ihn zu Landschaftsbildern im Stil der Schule von Barbizon anregte (Ufer der Marne bei Chennevières, 1864/65). In den sechziger Jahren intensivierte sich die Verbindung zu Monet und anderen Vertretern des Impressionismus, wie Alfred Sisley, Auguste Renoir und Edouard Manet, und Pissarro selbst avancierte im folgenden Jahrzehnt zu einem zentralen Vertreter dieser Kunstrichtung. Er beteiligte sich an allen Ausstellungen der Impressionisten, lehnte hingegen rigoros die offizielle Anerkennung des Salons ab, obwohl er sich permanent in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. Mitte der achtziger Jahre wandte er sich unter dem Einfluss von George Seurat eine Weile dem Pointillismus zu, kehrte jedoch wieder zu einer impressionistischen Malweise im Stil Monets zurück. Mitunter griff er dessen Eigenart auf, dasselbe Motiv in unterschiedlichen Lichtstimmungen zu malen.

Neben einer Reihe von Landschaften entstanden ab 1895 vorrangig Straßenszenen und Stadtansichten (Ansicht von Rouen, 1896), die sich in der Sorgfalt der Komposition und der Dichte der Farbflächen von denen der anderen Impressionisten abheben. Pissarro war zudem ein herausragender Lehrmeister, zu seinen Schülern und Mitarbeitern zählten u. a. Paul Gauguin und Paul Cézanne, mit dem er 1872 bis 1877 in Pontoise zusammenwirkte. Außer seinen Gemälden schuf er zahlreiche Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Monotypien. Ein großer Teil seines Werkes ist in der Galerie du Luxembourg in Paris zu sehen. Pissaro starb am 13. November 1903 in Paris.

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