Stéphane Mallarmé - 1842-1898


Stéphane MallarméFranzösischer Dichter. Er war einer der Begründer und maßgeblichen Exponenten des französischen Symbolismus.

Mallarmé wurde am 18. März 1842 in Paris geboren. Zwischen 1863 und 1893 unterrichtete er Englisch am Lycée Fontanes in Paris. Nebenbei tat er sich 1888 als Übersetzer von Gedichten Edgar Allan Poes hervor. Zu Mallarmés bekanntesten Gedichten zählen Après-midi d'un faune (1876, Der Nachmittag eines Fauns), das von Claude Debussy vertont wurde, sowie Hérodiade (1869, Herodias). Typisch für seine Verskunst ist die Vergleichsverkürzung, die Sprengung der französischen Syntax und die Verwendung ungebräuchlicher, oftmals dem Lexikon entnommener Wörter. Dadurch, dass in der Lyrik die Dinge aus ihrem realen Zusammenhang herausgehoben und assoziativ in einen neuen Kontext eingebettet wurden, sollte ihr auf ein Absolutes hinweisendes Geheimnis offenbar werden. Weitere Werke Mallarmés sind die Prosagedichte Vers et Prose (1893) und Divagations (1897). Auch belebte er die Form des Rondeaus neu.

Bei Mallarmés berühmten Dienstagabendempfängen traf sich die Pariser Intellektuellen- und Künstlerszene, um Gespräche über Literatur, Kunst und Musik zu führen. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Paul Verlaine, Émile Verhaeren, Paul Valéry, André Gide und Stefan George; auch mit Édouard Manet, Joris-Karl Huysmans und Villiers de l'Isle-Adam war er gut bekannt. Über sein lyrisches Schaffen hinaus schrieb Mallarmé auch bedeutende poetologische Aufsätze. Er starb am 9. September 1898 in Valvins (Seine-et-Marne). Mit seinem Liederzyklus für Singstimme und Orchester Pli selon pli - Portrait de Mallarmé (Falte an Falte - Portrait von Mallarmé, 1957-1962) setzte ihm Pierre Boulez ein musikalisches Denkmal.

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