William S. Gilbert      William S. Gilbert - 1836-1911

Englischer Dramatiker und Librettist, geboren in London, gestorben in Harrow Weald (heute zu London). Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Londoner Universität war Gilbert zunächst Rechtsanwalt, wandte sich aber bald dem Schreiben zu. Er schuf komisch-satirische Gedichte, die 1868 und 1872 als Bab ballads und More Bab ballads veröffentlicht wurden. Außerdem verfasste er mehrere Komödien, darunter das sehr erfolgreiche Stück Palace of truth (1870), ferner Pygmalion and Galatea (1871), Sweethearts (1874) und Engaged (1877).

Gilberts Bühnenwerke sind keine vom Realismus geprägten Gesellschaftsstücke wie die Dramen seines Zeitgenossen Oscar Wilde. Sie transportieren eine zutiefst pessimistische Grundhaltung gegenüber der menschlichen Existenz, die sich jedoch nach Gilberts Hinwendung zur komischen Oper weniger ausgeprägt zeigte. Großen Erfolg hatte er in seiner Zusammenarbeit mit dem englischen Komponisten Sir Arthur Seymour Sullivan: Zwischen 1871 und 1896 schufen sie gemeinsam 14 Operetten, die der bekannte Intendant Richard D'Oyly Carte inszenierte. In seinen Operettentexten schuf Gilbert mit viel Phantasie absurde Charaktere und paradoxe Situationen und stellte Gesellschaftliches und Politisches auf witzig-satirische Weise dar. Die Werke wurden nach dem eigens zu ihrer Aufführung errichteten Londoner Theater als Savoy-Operetten bekannt.

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