Sarah Bernhardt - 1844-1923     Sarah Bernhardt

Eigentlich Henriette Rosine Bernard, französische Schauspielerin, die als beste Bühnendarstellerin ihrer Zeit galt.

Geboren am 22. oder 23. Oktober 1844 in Paris als Tochter einer Kurtisane, besuchte sie zunächst eine Klosterschule, bevor sie ihre Ausbildung am Pariser Konservatorium begann. 1862 debütierte sie bei der Comédie-Française, wo sie jedoch in der Folge nur unbedeutende Rollen erhielt, so dass sie das Theater bald wieder verließ. Ab 1869 spielte sie am Théâtre de l'Odéon und konnte dort mit der Komödie Le Passant (1869) von François Coppée ihren ersten großen Erfolg feiern.

Sarah Bernhardt 1872 erhielt sie erneut einen Ruf an die Comédie Française, wo sie durch die Hauptrolle in der Tragödie Phädra und Hippolyt (1874) des französischen Klassikers Jean Racine, als Königin in Ruy Blas (1872) und als Doña Sol in Hernani (1877), zwei romantischen Dramen von Victor Hugo, ihren später legendären Ruf als "Göttliche Sarah" begründete. Im Jahr 1880 verließ sie das französische Nationaltheater wieder. Bereits ab 1879 gastierte sie mit ihrer eigenen Schauspieltruppe regelmäßig in Europa und den Vereinigten Staaten: In den Jahren 1886/87 und 1888/89 ging sie auf Tournee in Nordamerika, und 1891 bis 1893 auf Welttournee. In Paris leitete sie mehrere Theater, in denen sie auch auftrat, u. a. das Théâtre des Nations, das von ihr selbst in Théâtre Sarah Bernhardt umbenannt wurde und noch heute so heißt. Ihre größten Erfolge feierte sie in der Bühnenversion der Kameliendame von Alexandre Dumas dem Jüngeren, in Adrienne Lecouvreur von Eugène Scribe sowie den Melodramen Fédora, Théodora, La Tosca und Cléopâtre von Victorien Sardou. Sehr bewundert wurde sie auch für ihre Darstellung von Männerrollen, wie der des Hamlet (1899) in Shakespeares gleichnamiger Tragödie oder des Herzogs von Reichstadt in Der junge Adler (1901), einem Stück über Napoleons Sohn, das Edmond Rostand ihr auf den Leib geschrieben hatte. Die grazile Schauspielerin war berühmt für ihre Schönheit und ihre glockenreine Stimme.

Auch als sie sich im Alter von 78 Jahren ein Bein amputieren lassen musste, gab sie die Schauspielerei nicht auf. Sie spielte für die französischen Fronttruppen während des 1. Weltkrieges und stand bis zu ihrem Tod am 26. März 1923 in Paris auf der Bühne. Sie hinterließ zwei eigene Stücke (1923) und ihre Memoiren (1907) und galt als talentierte Bildhauerin und Malerin. 1914 wurde sie Mitglied der französischen Ehrenlegion.

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